Fernbeziehung – manchmal unvermeidlich
Wortschrei 7. Juni 2010
Die klassische Familie sieht in den Köpfen fast aller Menschen so aus, dass Mann und Frau verheiratet sind, zusammenleben, der Mann Vollzeit arbeitet, die Frau vielleicht in Teilzeit und dass man sich die Kindererziehung teilt.
Das ist im größten Teil der Fälle so, aber manchmal es muss auch anders gehen. Abgesehen von der stetig steigenden Zahl der alleinerziehenden Elternteile sind durch die heutigen Anforderungen, die der Arbeitsmarkt stellt, einige Elternpaare gezwungen, eine Fernbeziehung zu führen.
Zumeist ist es der Vater, der einen Arbeitsplatz annimmt, welcher sehr weit von zuhause entfernt ist. Warum tut ein Vater das? Er sitzt dann die ganze Woche über Abend für Abend in einer kleinen Wohnung oder einem Apartment und bekommt die Entwicklung der Kinder nur noch aus zweiter Hand mit.
Die Antwort ist ganz einfach. Weil er keine andere Wahl hat. Will er nicht in die Arbeitslosigkeit abrutschen oder gar Hartz IV beziehen, bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als jede Arbeit anzunehmen, die sich ihm bietet, auch, wenn das bedeutet, dass dies in einer Fernbeziehung resultiert.
Da heißt es dann, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind und das Beste daraus zu machen.
Ein Vater, der die Situation annimmt, wird nun vielleicht nicht mehr so häufig zuhause sein, dafür aber möglicherweise die verbleibende Zeit umso intensiver mit der Familie verbringen. Denn die Kinder als auch die Partnerin haben mehr von einem Vater und Mann, der nicht einfach nur jeden Abend da ist, sondern sich in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit bewusst mit ihnen beschäftigt.
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