Die Gefahr bei Glücksspielen
trautmann 15. März 2010
Lotto 6 aus 49 gehört zu den beliebtesten Glücksspielen der Welt. Die Hoffnung, den Jackpot zu knacken und glücklicher Besitzer von mehreren Millionen zu werden, treibt Leute aus der ganzen Welt an. Fast jeder Zweite der deutschen Bevölkerung spielt einmal im Jahr Lotto. Andere spielen jede Woche und warten ihr Leben lang auf das große Los. Kann man in diesem Fall schon von Sucht sprechen oder gibt es beim Lottospielen überhaupt kein Gefährdungspotenzial?
Wenn Menschen ihr Spielverhalten nicht mehr kontrollieren können und daher auch große finanzielle Verluste hinnehmen müssen, leiden sie an einer Krankheit, der Glücksspielsucht. Das Glücksspiel bestimmt den Alltag des Spielenden, sodass es oft zur Vernachlässigung der Familie, der Freunde oder der Arbeit kommt. Oftmals glauben Süchtige, sie könnten durch ein bestimmtes System zum Erfolg gelangen. Wenn sie dann durch Zufall tatsächlich etwas gewinnen, verstärkt das dieses Verhalten.
Mit Spielsucht bringt man meist Glücksspiele wie Poker oder Roulette in Verbindung. Das wohl höchste Gefährdungspotenzial haben Automaten, da der Spieler den Verlust oftmals nicht wirklich erlebt. Man kann ein Spiel nach dem anderen starten, weswegen die Hoffnung auf Gewinn immer da ist und stets überwiegt. Dieser Prozess ist im Lotto gestreckt. Obwohl Lotto auch zu den Glücksspielen zählt, macht es im Gegensatz zu den oben genannten nicht süchtig. Der Grund dafür ist hauptsächlich, dass die Spielabfolgen nicht schnell genug ablaufen (wie das zum Beispiel bei Automaten der Fall ist). Da nur beim “Lotto am Mittwoch“ und „Lotto am Samstag“ Gewinnzahlen gezogen werden, hat man beim Lotto nicht die Möglichkeit, ohne Pause zu spielen und deswegen den Verlust nicht zu realisieren.
Derzeit gibt es in Deutschland etwa 80.000 bis 140.000 süchtige Spieler. In anderen Ländern wie den USA oder Australien sind diese Zahlen deutlich höher, so sind zum Beispiel in Australien 2,2 Prozent der Bevölkerung spielsüchtig. Mittlerweile wird die Spielsucht als eigene Krankheit anerkannt, auch die Kosten für eine Behandlung werden übernommen. Menschen mit einer Glücksspielproblematik können sich in Kliniken, Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen helfen lassen. Außerdem gibt es Telefon-Hotlines, unter welchen man sich unverbindlich und anonym Ratschläge holen kann, sowie ein Online-Beratungsprogramm, das Menschen aus der Sucht helfen will.
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