Das Lifestyle-Alphabet

porcupine 23. Februar 2010

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist so alt wie das Leben selbst. Doch wo sich die Steinzeitmenschen einst die Köpfe darüber zerbrachen, was sie abends essen könnten, macht sich unsereiner heute Gedanken darüber, was wir abends essen dürfen. In der Theorie mag sich diese Wohlstandssorge zugegeben lächerlich anhören, doch praktisch beschäftigen sich überaus viele Menschen mit der Frage nach einem sinnvollen, „richtigen“ Leben. Und auch wenn die Begriffe „richtig“ oder „falsch“ hier zweifelsfrei Fehl am Platze sein mögen, schließlich gilt in unseren Breitengraden immer noch der Grundsatz „leben und leben lassen“, so kann ein Blick auf zentrale Themen wie Umwelt, Gesundheit, Fitness, Ernährung, Style und Reisen hilfreich sein. Schließlich prägen gerade diese Lifestyle-Faktoren unser Befinden und damit auch unser Glück beziehungsweise den Sinn unseres Lebens maßgeblich.

Nicht selten überschneiden sich diese Kernthemen im Leben zwischen zwei Menschen. Zum Beispiel dann, wenn es heißt Grünkern liebt Currywurst. Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an, doch das kann sich jedoch abrupt ändern, sobald ein frischverliebtes Paar zusammenzieht. In den gemeinsamen vier Wänden können die anfänglich so liebenswerten Eigenheiten plötzlich ziemlich störend sein. In diesem Fall kann es ratsam sein, wie bei jeder Fusion, fair zu verhandeln: Vegetarisch oder Fleisch, warme Socken oder Kamin, Grünkern oder Currywurst.

Und manchmal heißt der Schlüssel zum harmonischen Lifestyle auch, dass jeder Partner sein eigenes Süppchen kocht. Zum Beispiel beim Thema Ernährung. Denn, dass Frauen und Männer auch unterschiedlich essen, ist längst kein Geheimnis mehr. Lebensmittelforscher und Marketingspezialisten versuchen heutzutage mit sogenanntem „Gender Food“ gezielt Männer oder Frauen zu erreichen. Sie stimmen ihre Produkte also auf die stereotypischen Vorlieben und Verhaltensweisen des jeweiligen Geschlechts ab, um so Weiblein und Männlein zum Konsum zu animieren. Dem gängigen Klischee zufolge belohnen sich Männer beispielsweise eher mit einer Flasche Bier, während Frauen lieber zu Pralinen und Schokolade greifen. Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass Frauen sich im Durchschnitt gesünder ernähren. So kommen bei ihnen wesentlich öfter Obst, Gemüse, Salate, fettarme Milchprodukte und Vollwertkost auf den Tisch. Männer dagegen essen mehr Wurst und Fleisch. Ein gefundenes Fressen für die „Gender-Food“-Industrie.

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